Nachhaltige Energie

Emissionsarme Städte benötigen hochwertigen Strom

Von Christian Raum · 2021

Städte und Regionen stehen vor der Entscheidung, wo sie für ihre zukünftigen Wachstumspläne und Smart-City-Konzepte nachhaltige Energie kaufen und wie sie untereinander um die Energie konkurrieren.

Solaranlagen und Windräder. Thema: Nachhaltige Energie
Qualitätsmerkmale für Strom sind stabile Versorgung, Netzspannung und nachhaltige Erzeugung. Foto: iStock / Petmal

Der europäische Energiemarkt verändert sich von Grund auf. Anfang Dezember 2020 hat Dänemark, mit rund 3,2 Milliarden Kubikmetern Fördermenge im Jahr 2019 die größte Erdgasnation innerhalb der Europäischen Union das Ende seiner Förderpläne bekannt gegeben. Erstaunlich ist, dass ausgerechnet in den Erdölnationen Norwegen und Großbritannien Benzinautos in absehbarer Zeit ein Nischendasein fristen werden. Großbritannien verbietet ab dem Jahr 2030 den Verkauf neuer Benzin- und Dieselfahrzeuge. Norwegen gilt mit 50 Prozent Elektrofahrzeugen im Straßenverkehr als der E-Auto-Europameister. Und selbst Polen, wo die Energiewirtschaft zu 80 Prozent von der Kohle abhängt, möchte in Zukunft zu mehr Strom aus nachhaltigen Energien wechseln.

Vom Großkraftwerk zum Energiemix

Auf Deutschlands Energiemarkt hat das absehbare Ende der Großkraftwerke den Wechsel zu dezentraler Versorgung innerhalb eines immer komplexeren Energiemarktes angestoßen. Denn der Umstieg auf die nachhaltigen Energien bringt einen unbekannten Energiemix aus zahllosen kleinen Anlagen mit sich. Und die verschiedenen Energieangebote und Versorger erhalten ihre jeweils eigene Rolle auf dem Energiemarkt. Erdöl wird weiterhin wichtig für Verkehr und Transport sein. Hersteller alternativer Kraftstoffe bauen ihre Stellung am Markt aus. Andere europäische Staaten produzieren mit Kohle- oder Atomkraftwerken in großen Mengen billigen Strom, Erdgaskraftwerke sorgen als „Back-up“ für stabile Netze und sind auch für kleine, regionale Erzeuger wichtig. Gleichzeitig sehen sich die Produzenten der nachhaltigen Energien aus Wind und Sonne für die Energiewende zuständig.

Energieversorgung der Städte

Wenn Städte Energie kaufen, bieten ihnen konkurrierende Versorger verschiedenste Sorten Strom an, die sich in ihrer Qualität – insbesondere bei CO2-Werten und Emissionen – stark unterscheiden. Kommunen, die sich gegenüber Bürgern und Industrie als „Stadt der Zukunft“ positionieren, sind natürlich immer auf der Suche nach dem besten und „grünsten“ Strom. Der wird auf Grund der steigenden Nachfrage womöglich rar und teuer. Die in ihrem Selbstverständnis emissionsarmen Städte könnten in eine Situation geraten, in der die verfügbare, nachhaltige Energie nicht ausreicht, um Elektroautos, Haushalte und den öffentlichen Nahverkehr mit hochwertigem Strom zu versorgen.

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