Smart Heat

Saubere Hitze für kühle Rechner

Von Karl-Heinz Möller · 2017

Anspruch und Wirklichkeit in Sachen Klimaschutz und Wärmeeffizienz klaffen woanders kaum weiter auseinander als im Bereich Heizung und Installation. Hunderttausendfach bollern immer noch alte Aggregate in vielen deutschen Gemäuern laut und ineffizient vor sich hin, um Wohnungen, Büros und Fabriken zu beheizen. Umweltbewusstsein und Chancen für Kosteneinsparungen führen aktuell ein Umdenken herbei.

Server in einem Serverraum
Sächsische Techniker wandeln Wärme um, die in großen Servern entsteht

Das Internet der Dinge (IoT) macht vor keiner Branche halt. Beispiel der Sektor Heizung und Installation. Naht der Winter, rückt die Frage von Wärmeeffizienz und Warmwassergewinnung wieder in den Fokus. Neue Ideen befeuern derweil die Branche. Einen genialen Ansatz fanden gerade sächsische Techniker. Sie wandeln Wärme um, die in großen Servern entsteht. Wasser wird dabei durch feine Kanäle an den heißen Prozessoren entlang geleitet und erhitzt sich auf 60 Grad. Ein Wärmetauscher gibt die Hitze an einen Pufferspeicher ab, und die Quelle für ein Heizsystem ist geschaffen.

In der Regel müssen Server aufgrund ihrer hohen Abwärme permanent gekühlt werden, um ihre Leistung zu optimieren. Die Cyber-Heizung nutzt sie und kann drei energieeffizient gebaute Einfamilienhäuser mit Wärme und Warmwasser versorgen. Das Interesse an dieser Entwicklung ist groß und erste Anlagen sind in Betrieb.

Wo kommt allgemein die benötigte Wärme her, ist die Technik fit für die Kältemonate, stehen die Brennstoffe relativ sicher und ausreichend zur Verfügung sind die gängigen Fragen zurzeit. Zu den Klassikern hierzulande zählen nach wie vor Systeme, die mit Öl, Gas und Strom arbeiten. Die Variationen sind vielfältig und bewährt. 

Wärme aus der Umwelt nutzen mit Wärmepumpen

Seit einigen Jahren drängen verstärkt auch innovative Heizungsarten auf den Markt, die mit regenerativen Energiequellen wie Solar, Pellets oder Erdwärme arbeiten. Um Heizkosten dauerhaft zu senken führt in der Regel kein Weg an der Modernisierung der Heizungsanlage vorbei. Welche Heizung passt am besten zum Haus, welche Energieträger schaffen die individuell gewünschten Effekte? Vor allem Effizienz sollte das System bieten. Wer die alte Heizung gegen einen fortschrittlichen Öl- oder Gas-Brennwertkessel ersetzt, kann je nach Immobilie und Alter der Anlage bis zu 30 Prozent Energie einsparen. Nutzt die Brennwerttechnik auch die Wärme aus den Abgasen, können Wirkungsgrade von nahezu 100 Prozent erzielt werden.

Hohe Systemeffizienz sorgt für Kosten- und Nutzungsvorteile.

Mikro-Blockheizkraftwerke (BHKWs) koppeln Kraft und Wärme. Sie sind besonders effizient, da sie nicht nur Wärme erzeugen, sondern auch Strom. Beim Einsatz von Wärmepumpen wird die in der Luft, im Erdreich oder im Grundwasser gespeicherte Umgebungswärme in Heizwärme umgewandelt. Mit wenig Strom gewinnen sie ein Mehrfaches an kostenloser Energie aus der Umwelt. Welche Heizung im Vergleich für jeden einzelnen die Richtige ist, hängt unter anderem von der Größe des Hauses und vom Standort ab. Einige Heizungsanlagen rechnen sich erst ab einer bestimmten Leistung, andere sind für die Bedingungen am speziellen Standort nicht geeignet.

Neue Technologien revolutionieren die Anlagen in Stadtquartieren und Gemeinden

Als Teil von Wärmenetzen können Wärmepumpen die Versorgung von Kommunen und Quartieren sichern. Wärme aus unterschiedlichen Quellen wird innerhalb eines Wärmenetzes an Gebäude oder ganze Viertel verteilt. Vororte und Gemeinden nutzen so regenerative Wärme. Zwei Umsetzungen sind dabei wirkungsvoll: Nahwärme und kalte Nahwärme. Nahwärme entsteht an zentral gelegenen Heizungssystemen, von wo aus sie innerhalb eines Netzwerkes vor Ort verteilt wird. Die kalte Nahwärme arbeitet nach einem dezentral orientierten Prinzip. Dabei fließt die Wärme von Heizsystemen auf einem wesentlich niedrigeren Temperaturlevel in das Netz. Erst wenn sie das zu beheizende Gebäude erreicht, wird sie auf den benötigten höheren Temperaturstand gebracht. Vorteil: Durch die geringeren Systemtemperaturen im Verteilnetz werden Wärmeverluste reduziert. Energieversorgungsunternehmen können mit dieser Technologie komplette Quartiere umweltfreundlich mit Wärme versorgen. CO₂-Reduktion und eine effiziente und sichere Verteilung sorgen für Klimaschutz und Unabhängigkeit. Experten sehen in dieser Technik einen weiteren Baustein, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

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