Bauen 4.0

Schneller Bauen dank Software-Unterstützung

Von Hartmut Schumacher · 2022

Auch Bauunternehmen profitieren von der Digitalisierung. Bei Weitem aber noch nicht in dem Maße, in dem es möglich wäre. Das vergleichsweise zaghafte Nutzen moderner Technologie hat nicht nur finanzielle Gründe.

abstraktes Bild von Building Information Modeling
Building Information Modeling ist ein großer Schritt zur Digitalisierung im Bausektor. Foto: iStock / Tashatuvango

Eine Steigerung der Schnelligkeit und der Effizienz ist in jeder Branche das Ziel der Digitalisierung. In der Bauindustrie sind derartige Fortschritte nicht nur zur Kostensenkung und für Prozessverbesserungen wichtig, sondern auch, weil die Branche unter Druck steht zu liefern: In Groß- und Universitätsstädten sowie in Ballungsgebieten wächst durch die Bevölkerungszunahme die Nachfrage nach Wohnraum und teilweise auch nach Gewerbeimmobilien stark.

Mit dem Einsatz digitaler Werkzeuge im Bauprozess würden Effizienzpotenziale gehoben, die einer Erweiterung der Kapazitäten gleichkommen, erläutert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. „Sie ist daher eine von mehreren Voraussetzungen, Wohnraum und eine moderne Infrastruktur bedarfsgerecht in Deutschland bereitzustellen.“

Bauen 4.0: Virtuelle Gebäudemodelle

Digitalisierung im Baugewerbe meint zum einen relativ triviale Maßnahmen wie eine digitale Dokumentation von Bauprozessen. Spektakulärer ist „Building Information Modeling“ (kurz: BIM). Darunter versteht man die durchgängige Digitalisierung aller Informationen, die für die Planung und die Errichtung eines Gebäudes (oder anderen Bauwerks) relevant sind. Dazu gehören nicht nur die physischen Merkmale des Gebäudes, sondern auch Informationen über Materialien, Kosten und Termine. Aus diesen Daten entsteht ein virtuelles Modell des Gebäudes, auf dessen ständig aktualisierte Details alle Projektbeteiligten zugreifen können. Das erhöht die Transparenz des Bauprozesses sowie die Planungssicherheit – und sorgt dadurch für eine gesteigerte Produktivität und auch für niedrigere Kosten. Je komplexer ein Bauvorhaben ist, desto wertvoller erweist sich ein derartiges Werkzeug.

Stand der Digitalisierung

In der Praxis allerdings befindet sich das Baugewerbe im „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“ der Deutschen Telekom auf dem letzten Platz der Liste aller Branchen – und schneidet auch im internationalen Vergleich nur mittelmäßig ab: Lediglich 38 Prozent der deutschen Bauunternehmen haben die Digitalisierung bereits in ihrer Geschäftsstrategie verankert. Konkret verwenden 31 Prozent der Unternehmen ein digitales Bautagebuch, 30 Prozent eine digitale Auftragsvergabe und 26 Prozent eine digitale Projektplattform. Building Information Modeling dagegen kommt erst in 15 Prozent der Unternehmen zum Einsatz. Weitere 26 Prozent planen immerhin schon die Einführung.

Quellen:
ZDB: Bauwirtschaft 4.0
Telekom: Erfolge in der Digitalisierung sind sichtbar

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