CO2-Reduktion im Verkehr

Umdenken beim Individualverkehr

Von Christian Raum · 2020

Die Flottenmanager von Industrie und Städten sind gezwungen, ihre Aufgaben nachhaltig und umweltschonend zu denken. Denn die Dekarbonisierung des Straßenverkehrs wird die Preise für fossile Kraftstoffe erhöhen und die Nachfrage nach Biokraftstoffen steigern.

Autofahrer im Fahrzeug
Foto: iStock/anyaberkut

Die Umweltexperten schlagen Alarm: Trotz Klimakrise und Maßnahmen zur CO2-Reduzierung im Straßenverkehr scheinen weder die Hersteller der Kraftstoffe, noch die Fahrzeugproduzenten ernsthaft bereit zu sein, sich von ihren bisherigen Geschäftsmodellen zu verabschieden. Allerdings geben die Marktanalysten zu, hätten die Verantwortlichen in beiden Industrien dafür auch keinen echten Grund. Denn – nach deren eigenen Angaben – verkauften einige Autohersteller noch nie zuvor so viele Fahrzeuge wie im Jahr 2019. Gleichzeitig seien es vor allem die besonders großen Autos mit hohem Verbrauch, die in der Gunst der Kundinnen und Kunden ganz oben stünden. Insbesondere die viel gescholtenen SUVs seien nach wie vor extrem gefragt. Kein Verantwortlicher in den beiden Industrien – so scheint es – muss sich tatsächlich Sorgen machen. Hoher Verbrauch verbunden mit hohen Emissionen sind bei den Kunden offensichtlich en vogue.

Quelle: BP, 2019

Flottenmanager denken um

Aber das, was in einem Bereich des Marktes gut funktioniert, wird an anderer Stelle nicht klappen. Bei den Fahrzeugflotten von Behörden und Unternehmen sind die Verantwortlichen gezwungen, mittel- und langfristig die Emission von Treibhausgasen zu verringern. Das ist eine Kalkulation mit vielen Faktoren. Sie müssen nicht nur Kosten senken, sondern auch auf umweltfreundlichere Kraftstoffe oder Technologien umstellen. Dies hat nicht nur mit den vom Management vorgegebenen Kosteneinsparungen zu tun, die Flottenmanager über Steuervorteile, benzinsparende Modelle oder Elektroautos realisieren sollen. Auch der CO2-Fußabdruck eines Unternehmens spielt eine wichtige Rolle bei dessen Außendarstellung. Zusätzlich müssen sie damit rechnen, dass die in Deutschland ab 2021 geplante CO2-Bepreisung für fossile Kraftstoffe die nicht-fossilen Kraftstoffe an der Tankstelle preislich attraktiver macht.

Allerdings kann kein Unternehmen von heute auf morgen die Flotten umstellen. Häufig sind die Flottenmanager an langfristige Verträge gebunden. Und die angekündigten Verbote von Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren in vielen Staaten Europas werden nicht über Nacht für das Verschwinden der alten Fahrzeuge sorgen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass in den kommenden Jahrzehnten noch viele Benzin- und Dieselfahrzeuge in den Städten unterwegs sein werden.

CO2-Reduktion: Verkehr ohne Emissionen?

Trotzdem suchen die Verantwortlichen nach alternativen Antrieben und alternativen Kraftstoffen. Doch auch hier sind Einschränkungen zu machen. E-Mobilität ist nur dann sinnvoll, wenn der genutzte Strom aus erneuerbaren Energien wie Sonne oder Wind stammt. Alles andere würde die Emissionen nur von der Straße in die Kraftwerke verlagern. Eine andere Alternative können Kraftstoffe mit beigemischten nachwachsenden Energien sein – wie etwa E10 oder Biodiesel. 

Hier machen sich die Verantwortlichen von staatlichen Vorgaben abhängig – und davon, wie zukünftig die Politik diese Treibstoffe unterstützt. Im Moment gibt es die Kraftstoffe mit Ethanolbeimengung nur deshalb, weil sie steuerlich gegenüber Benzin bessergestellt sind. 

Autoindustrie kämpft gegen ihre Disruption

Und während die Verkäufer der Autohersteller sorgenvoll ihre Stirn in Falten ziehen, wenn die Kunden nach der Verträglichkeit der Motoren mit dem Kraftstoff E10 fragen, bekommen Fahrerinnen und Fahrer beim Blick unter den Tankdeckel eine ganz andere Information – bei einigen Modellen wird hier bereits die Verträglichkeit mit E25 versprochen. „E25“ ist der Name eines Kraftstoffes, den es auf absehbare Zeit sicherlich nicht geben wird.

Quellen:
www.factory-magazin.de/themen/mobilitaet/eine-dekarbonisierung-bis-2030.html
hwww.ipcc.ch/site/assets/uploads/sites/2/2019/06/SR15_Headline-statements.pdf
www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/mobilitaet-in-deutschland.html

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