Smarte Stadtentwicklung

Ideen für die vernetzte Metropole

Von Jens Bartels · 2022

Weltweit wachsen Städte mit rasanter Geschwindigkeit. Dieser Zuzug stellt Kommunen vor enorme Herausforderungen. Aussichtsreiche Lösungsansätze liefert eine smarte Stadtentwicklung. Sie nimmt die unterschiedlichsten Bereiche städtischer Infrastruktur in den Blick, um die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.

gemalte Grafik einer smart city
Mehr als 140 Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Verwaltung engagieren sich im Netzwerk Smart City Berlin für die Modernisierung der Bundeshauptstadt.

Städte sind beliebt und die Zahl der Menschen, die in ihnen leben, wächst – auch in Deutschland. So wohnen und arbeiten in der Hauptstadtregion Berlin mittlerweile rund sechs Millionen Menschen, im Ballungsraum Hamburg sind mehr als fünf Millionen und auch die Metropolregion München kommt auf sechs Millionen. Noch mehr Einwohner zählt in Deutschland nur die Metropolregion Rhein/Ruhr mit zehn Millionen. Die Tendenz ist in diesen Ballungsräumen steigend, selbst kleinere Städte verzeichnen einen stetigen Zuwachs bei den Einwohnerzahlen.

Smarte Stadtentwicklung

Dieser Zuzug stellt Städte vor große Herausforderungen. Geht es nach Stadtplanern, werden wir künftig in urbanen Räumen leben, die hoch vernetzt, effizienter und in vielerlei Hinsicht nachhaltiger sind. Eine wichtige Rolle dabei spielt auch die Verkehrsplanung. Aussichtsreiche Lösungsansätze bieten in diesem Zusammenhang intelligente digitale Technologien und netzbasierte Kommunikationslösungen im Rahmen des Internet of Things (IoT). Aufbauend auf diesen Basistechnologien besteht die spannende Aufgabe darin, passgenaue Ideen für die smarte Stadt der Zukunft zu entwickeln. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob eine Stadt neu geplant, oder ob eine über einen langen Zeitraum gewachsene Stadt lebenswerter gestaltet beziehungsweise erweitert werden soll, um mit den technologischen Entwicklungen Schritt zu halten.

Urbane Lösungen entwickeln

Ganz neu geplant wird derzeit eine emissionsfreie Stadt ohne Straßen und Autos in Saudi-
Arabien. Für die Mobilität der Menschen soll dabei ein 170 Kilometer langes Tunnelsystem sorgen. Ziel der Stadt- und Verkehrsplaner ist, dass die Menschen in dieser Planstadt alles, was die zukünftigen Einwohner für das tägliche Leben benötigen, in wenigen Minuten erreichen können. Dazu gehören Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätze, Gesundheitszentren oder auch Parks und Grünanlagen.

Dass die Planung von Zukunftsstädten dabei nicht nur Sache von Verwaltungen ist, sondern auch Platz für engagierte Unternehmen lässt, zeigt sich in Japan. Dort errichtet einer der führenden Autobauer des Landes seit dem Frühjahr 2021 für bis zu 3.000 Menschen die „Woven City“ am Fuße des Fuji-Vulkans. Auf 75 Hektar entsteht dort ein Laboratorium, in dem Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren, künstliche Intelligenz und Smart Homes unter Alltagsbedingungen getestet werden.

Innovative Viertel bauen

Dagegen lässt sich in Deutschland immer häufiger beobachten, wie neue und intelligente Quartiere in bereits bestehende Städte integriert werden. Im Zentrum der Gestaltung eines lebenswerten Stadtviertels steht dabei oft die Frage, wie sich unterschiedliche Lebensbereiche optimal miteinander verbinden lassen, angefangen von der Nutzung der Infrastruktur über die Versorgung mit Lebensmitteln bis hin zur Entsorgung von Müll. Innovative Lösungen liefert aktuell die Internationale Bauausstellung in der Region Stuttgart. So ist in Winnenden ein Viertel geplant, das Flächen für Wohnen, Arbeit und auch für die Landwirtschaft mischt. Das Gemüse für den lokalen Wochenmarkt soll dabei zwischen den Wohnhäusern wachsen. Wie auf dem Land blickt man aus den Häusern auf Felder oder Obsthaine, zugleich bieten die landwirtschaftlichen Flächen ein gutes Mikroklima.

Die Bedeutung von Städten und die großen Chancen der Stadtentwicklung machen auch die Berufsbilder Stadtplanung und Verkehrsplanung für junge Menschen immer interessanter. Diverse Studiengänge bereiten auf solche Tätigkeiten vor. Im öffentlichen Dienst, aber auch in Architektur- und Ingenieurbüros oder Beratungsunternehmen sind entsprechende Qualifikationen derzeit sehr begehrt.

Quellen:
Smart City Dialog
IBA27

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