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Industrielle Abwärme

„Wir wollen bis 2035 klimaneutral sein“

Von Katharina Lehmann · 2023

Die kommunale Wärmeversorgung über Fernwärme ist das zentrale Element der Wärmewende, sagt Klaus Preiser, Geschäftsführer der badenovaWÄRMEPLUS GmbH, und erklärt, wie die Abwärme einer Milchfabrik jetzt einen ganzen Stadtteil beheizt.

Die feierliche Eröffnung der neuen Energiezentrale. Bild: badenova

Sie haben gerade eine Energiezentrale auf dem Gelände der Schwarzwaldmilch GmbH in Freiburg eingeweiht, um deren Abwärme zu nutzen.

Genau. Bei der Produktion von Milchprodukten fällt kontinuierlich Abwärme an, die bisher ungenutzt an die Luft abgegeben wurde. Diese Abwärme bereiten wir auf und speisen sie in das Fernwärmenetz ein. Da sie sowieso anfällt und nun zum Heizen genutzt wird, gilt sie als regenerativ. So versorgen wir etwa 3.500 Menschen im Freiburger Süden mit klimaneutraler Wärme und sparen etwa 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Reicht sie komplett aus, um den Wärmebedarf dieser 3.500 Menschen zu decken?

Ganzjährig nicht. Industrielle Abwärme dient in Fernwärmenetzen als Grundlast. Im Sommer deckt sie den Bedarf für die Warmwassererzeugung. Im kalten Winter kommen weitere Wärmeerzeuger dazu, die steuerbar sind und sich somit dem tatsächlichen Wärmebedarf anpassen lassen. So ergänzen wir die Abwärme-Anlage in Freiburg mit einem Blockheizkraftwerk, das mit Biogas betrieben wird, einem Holzkessel, der mit Holzhackschnitzeln beheizt wird, und einer Tiefengeothermie-Anlage, die im Breisgau entsteht.

badenovaWÄRMEPLUS Geschäftsführer Klaus Preiser. Bild: badenova

Das klingt komplex.

Ist es auch. Waren Fernwärmenetze früher geprägt von wenigen großen Heizkraftwerken, die die Wärme zentral erzeugt und an die Verbraucher verteilt haben, so werden wir in Zukunft komplexe Systeme dezentraler Wärmeerzeuger sehen, die individuell gestaltet und digital vernetzt sind. Denn oftmals gibt es nicht die eine große regenerative Wärmequelle. Stattdessen müssen viele kleine erneuerbaren Wärmeerzeuger zusammengeschlossen werden. In Fernwärmenetzen klappt das am besten.

Also spielt Fernwärme eine große Rolle für das Gelingen der Wärmewende?

Definitiv. Wenn in größeren Kommunen etwa die Hälfte der Haushalte an das Fernwärmenetz angeschlossen sind, heizen diese mit einem Schlag klimaneutral, sobald die Wärmeerzeuger im Netz grün werden. Statt jede einzelne Heizung auf regenerative Energie umzustellen, was oft gar nicht so problemlos möglich ist, ist es einfacher, alle Häuser ans Fernwärmenetz anzuschließen und die Wärmewende zentral zu initiieren. Zudem ist es mit Fernwärme einfacher, die Wärmeerzeuger regelmäßig auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und so Effizienz und Wirkungsgrade der Fernwärme stetig zu verbessern.

Die badenovaWÄRMEPLUS Energiezentrale bei der Schwarzwaldmilch in Freiburg. Bild: badenova

Sie treiben die Wärmewende ja auch selbst voran.

Wir haben hier in Freiburg früh angefangen und bereits 2018 eine kommunale Wärmeplanung und Transformationspläne erarbeitet. Heute stammt rund die Hälfte unserer Wärme aus regenerativen Quellen. Und bis 2035 wollen wir komplett klimaneutral sein.

Kontakt

badenovaWÄRMEPLUS GmbH & Co. KG
Tullastraße 61
79108 Freiburg
Web: https://www.badenovawaermeplus.de

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