Neuer Standard Elektromobilität

Konkurrierende Konzepte bei der CO2-Minderung

Von Christian Raum · 2021

Es klingt nach einem Paradoxon – die Wirtschaftsleistung soll wieder steigen, doch gleichzeitig ist es das politische Ziel, den CO2-Ausstoß stetig zu verringern. Während sich die deutschen Autohersteller und Mineralölkonzerne nur sehr langsam bewegen, zeigt sich im Bundesland Brandenburg, wie schnell der Einstieg in die Elektromobilität funktionieren kann.

Biokraftstoff
Biokraftstoffe spielen bei der Klimawende eine wichtige Rolle. Foto: iStock / Bet_Noire

Die Städte hoffen darauf, dass mit den Klimagesetzen die Luftqualität verbessert wird. Ohne Frage kann dieses Ziel nur erreicht werden, wenn alternative Technologien in allen Bereichen der Mobilität eingesetzt werden. Die Experten leiten daraus zwei wichtige Trends ab – einmal die Unterstützung nachhaltig produzierter Biokraftstoffe aus nachwachsenden Pflanzen, Rückständen und Abfallstoffen sowie die Nutzung von erneuerbarem Strom für die Elektromobilität. Benzin und Diesel bezeichnen die Nachhaltigkeitsexperten als „die Hauptgegner bei der CO2 -Reduzierung“. Um einen Fortschritt für den sauberen Verkehr zu erzielen, müssten deren Emissionen erheblich verringert oder kleingerechnet werden. Das größte Problem dabei sei, dass die Ölindustrie von der Förderung bis zur Zapfsäule an jeder Abzweigung Geld verdient und kein Interesse daran habe, ihr Geschäftsmodell zu ändern.

Biodiesel und Bioethanol

Dabei können „Biokraftstoffe im Vergleich zu fossilem Benzin oder Diesel im Durchschnitt 82,6 Prozent Treibhausgase einsparen“, argumentieren die Vertreter der Biokraftstoffindustrie und fordern mehr staatliche Unterstützung. Biodiesel wird zum großen Teil aus Rapsöl und Abfällen erzeugt und hat bei den Biokraftstoffen einen Anteil von 73 Prozent – während Bioethanol 25 Prozent erreicht. Im direkten Vergleich mit der E-Mobilität zählt als Vorteil der Biokraftstoffe, dass Fahrerinnen und Fahrer ihre Autos weiterhin nutzen können und nach einem kleinen Sinneswandel an der Tankstelle mit vergleichsweise geringeren Emissionen unterwegs sind.

Neuer Standard Elektromobilität

Den Umstieg von Benzinautos auf Stromer machen die Fahrzeughersteller ihren Kunden nicht leicht. Tatsächlich wird das gesamte Thema der Elektromobilität bislang von den Fahrzeugherstellern nur sehr stiefmütterlich behandelt – und dass, obwohl die Bundesregierung Milliardenbeträge in den technologischen Wandel pumpt und sich bei der Verkehrswende für den Ausbau der Elektromobilität entschieden hat. Jetzt hoffen die Experten auf Investitionen aus den Vereinigten Staaten, mit denen im Bundesland Brandenburg in Rekordzeit ein völlig neuer Produktionsstandort hochgezogen wird. Und diese Geschwindigkeit ist dringend nötig – denn damit Elektrofahrzeuge tatsächlich einen Unterschied in der CO2-Bilanz machen können, benötigt Deutschland Zuwachsraten von bis zu 200 Prozent pro Jahr. Das betrifft sowohl die Anzahl der Fahrzeuge wie auch die Stromerzeugung. Der vollständige Umstieg Deutschlands würde nach Schätzungen rund 105 Terawattstunden nachhaltig erzeugten Stroms erfordern. Deshalb ist ein Umdenken auch bei der Stromproduktion eine wichtige Voraussetzung auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Investitionen in Windenergie

Denn die Hauptkritik an der Elektromobilität zielt darauf ab, dass der verbrauchte Strom bisher zum Großteil eben nicht nachhaltig hergestellt wird. Mit dem forcierten Ausbau der Wind- und Sonnenenergie könnte die E-Mobilität aber einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität gehen. Einen echten Unterschied könnte dabei der Ausbau der Windstromanlagen vor den Küsten Europas machen. Hier plant die Europäische Kommission die Windstromproduktion innerhalb der kommenden zehn Jahre zu verfünffachen – von heute zwölf Gigawatt auf 60 Gigawatt bis 2030. Die Gesamtplanung reicht bis in das Jahr 2050, dann könnten sogar 300 Gigawatt erzeugt werden. Für die benötigten Investitionen sollen 800 Milliarden Euro bereitgestellt werden.

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